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Febraur 2002

 

 

 

Autor: Marcus Bäcker

 

 

Nine Inch Nails

Things Falling Apart

Interscope/Motor

Neuigkeiten aus Trents Nagelstudio: Die Nine Inch Nails manipulieren an sich selbst herum.

So richtig fassen konnte es eigentlich niemand. Doch die Fakten sprachen eine eindeutige Sprache: Die Nine Inch Nails waren mit ihrem Album The Fragile in der Tat von 0 auf Platz 1 der Billboard-Charts marschiert. Trent Reznor zeigte sich „geschockt“, seine Fans kamen ins Grübeln: Waren das noch ihre Nine Inch Nails? Die Angst ging um, dass die exklusive Nische für Sinnsucher mit Kunstanspruch plötzlich, unerwartet und final von der unbedarften Masse in Beschlag genommen worden war. Ein hartes Los. Es bestand also Handlungsbedarf. Mit Things Falling Apart rückt Trent Reznor die Dinge wieder gerade. Eher nimmt Blümchen eine Grindcore-Platte auf, als dass dieses akustische Gemetzel irgendwo in der Welt auf Platz Nummer 1 landet. Mit Wollust haben Reznor und Kollegen einige ausgewählte Songs von The Fragile so weit in Grund und Boden dekonstruiert, dass zumeist nichts als Bruchstücke übrig blieben. Dass das alles ganz schön anstrengend ist, dürfte der Meister als Kompliment auffassen. Doch leider Gottes klingt Things Falling Apart auch reichlich angestrengt. Geradezu penetrant heischt dieses Gefiepe und Gedröhne nach schillerndem Bedeutungsmehrwert: Höret her, wir nahmen auf die ästhetischen Zeugnisse einer postmodern verwirrten Großstadt-Seele! Das haben andere Bands mit weniger „Holla, jetzt kommt Kunst“ -Pathos schon viel besser hinbekommen; die nannten ihre Werke freilich auch Remixe und nicht „ Manipulations‘. Das einzig Positive am neuen Reznor Werk: die kongenial unterkühlte Coverversion von Gary Numans  ’Metal’. Der Rest nervt in einem ähnlich großen Maße wie der Aktionismus von Reznors Subversöhnchen Marilyn Manson.

Marcus Bäcker

 

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