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Further Down The Spiral

 

 

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Metal Hammer

 

Dezember 1995?

 

 

Autor: Andrea Nieradzik

 

 

Special Tip

Nine Inch Nails

Further Down The Spiral

Mercury

Auf THE DOWNWARD SPIRAL (1994) präzisierte Trent Reznor wie kaum jemand vor ihm in der Rockmusik seine Vorstellung von den dunklen Seiten des Lebens. Mit großem Erfolg: Seine musikalischen Visionen von bizarrem Sex, religiösen Irritationen, Gewalt und schier grenzloser Verzweiflung trafen voll den Nerv der amerikanischen Jugendlichen, die den grüblerischen Schönen daraufhin euphorisch zum Everybody’s Darling’ erhoben.

Mit traumwandlerischer Sicherheit bewegt sich Reznor zwischen krassen Formulierungen auf der einen und einer beispiellosen Subtilität auf der anderen Seite; eine Gratwanderung, in der sich die Extreme des Alltags oft gnadenlos wiederspiegeln. Wenn er beispielsweise in ´Closer’ die berühmt gewordene Textzeile ´I want to fuck you like an animal’ singt, hat das weniger mit dem unbefriedigendem Macho-Gebaren als vielmehr mit seiner Fähigkeit zu tun, einen tiefen Blick in die verborgenen Seiten des menschlichen Daseins zu werfen und dabei Dinge ans Tageslicht zu fördern, die die meisten  seiner Zeitgenossen am liebsten für immer im Schutz der Dunkelheit belassen hätten.

Auf FURTHER DOWN THE SPIRAL nimmt Reznor nun die Melodien von THE DOWNWARD SPIRAL als Ausgangspunkt, reduziert sie teilweise bis auf ihr blankgelegtes Gerippe und macht dabei eindrucksvoll deutlich, dass ihm nichts heilig, keine musikalische Idee so unantastbar erscheint, als dass man sie nicht zu einem neuen Gebilde ummodellieren könnte. Mit Hilfe von Studiogrößen wie Rick Rubin, JG Thirwell und Aphex Twin rüttelt er einmal mehr an musikalischen Barrieren und stößt des öfteren in bislang tabu geglaubte Gefilde vor. Musikalische Unterstützung erhält er dabei von Red Hot Chillie Peppers-Gitarrist

Dave Navarro (der dem in einem völlig neuen Licht erstrahlenden ´Piggy’ granitharte Riffs und bissige Rhythmen beisteuert) und Coil, unter deren Mitwirkung das etwa siebeneinhalbminütige ´The Downward Spiral (The Bottom)’ zu einem Hexenkessel explosiver Ingredienzien mutiert. Einfach wunderschön wiederum die Liveversion von ´Hurt’, in der die Leise, beinahe zerbrechliche Seite Reznors vielleicht am besten zum Ausdruck kommt.

Oft an der Schmerzgrenze, dann wieder einfach nur ´schön’, hangelt sich Reznor auf FURTHER DOWN THE SPIRAL einmal mehr durch sämtliche Extreme musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten und hinterlässt eine Ahnung davon, wie Musik im anstehenden nächsten Jahrtausend klingen könnte.

Andrea Nieradzik

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