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Nine Inch
Nails
Things
Falling Apart
Nothing/Motor/Interscope
Trent Reznors traditionelle
Zweitinterpretation seines letzten regulären Albums, in diesem Falle also "The
Fragile“, erfüllt einmal mehr alle Erwartungen.
Es gibt Menschen, die behaupten,
das Beste an den Nine Inch Nails seien ihre Remix-Alben - das ist
Geschmackssache. Ein endgültiges Urteil über „Things Falling Apart“ zu fällen,
entpuppt sich als schwer, schließlich gibt es die Zutaten schon seit über einem
Jahr in Form eines fantastischen Albums zu hören. Zudem ist Version 2
wesentlich verstörter als das Original und damit anfangs vielleicht
unverständlich, was ein objektives Urteil ohne Vergleiche unmöglich zu machen
scheint. Dem ist aber nicht so. Hörenswert ist es sowieso, sei es nun im
Kontext des Vorgängers oder völlig abstrahiert von allem. Aber allein die
beiden Opener „Slipping Away“ (mit Elementen aus „Into The Void“) und „The
Great Collapse“ (unter anderem aus „The Great Comedown“ und „ The Wretched“)
haben bereits eine derart begeisternde Eigenidentität, dass von neuen Songs
gesprochen werden muss.
Dabei ist das Konzept eigentlich
ein altbewährtes: Einfach neue Prioritäten beim Remix setzen und andere
Elemente hervorheben. Im Falle von NIN wird die Sache allerdings noch
interessanter, da zum erstens der Meister selbst am Werk ist und zweitens eine
derartige Fülle an hochwertigen Bausteinen besteht, dass das Ganze nicht eine
Sekunde nach Reißbrett, sondern einfach nach intensiven Musikmomenten klingt.
Nur ein Beispiel ist die ‘Version‘ von „The Wretched“, auch „Miles High“ mit
der Melodie aus „The Frail“ als Streicherarrangement plus zusätzliche
Soundeffekte, erzeugt Gänsehaut. Konventionelle Bewertungsmaßstäbe sind
unangebracht, da es sich offiziell nicht um neu geschriebenes Material handelt,
aber verbleiben wir mit der Feststellung, dass alle Freunde elektronischer
Musik (und alle NIN-Liebhaber sowieso) „Things Falling Apart“ in ihrer Sammlung
haben sollten. Eigentlich ein neues Album, allerdings ein extrem unverdauliches
- aber großartig und wie immer tief bewegend.
Jochen Schliemann
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