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Gelungen: Das neue Album der Nine Inch
Nails
Unglaubliche sechs Jahre mussten wir auf neues Material von
Trent Reznor und den "Nine Inch Nails" warten. Jetzt ist das heiß ersehnte neue
Album "With Teeth" endlich da und wird keinen NIN-Fan enttäuschen. Denn
Mastermind Trent Reznor liefert mit "With Teeth" ein verkapptes "Best of"-Album
ab - allerdings eines mit 14 brandneuen Titeln!
Die Hoffnungen und Ängste vor Veröffentlichung von "With
Teeth" waren groß: serviert uns Reznor die Fortsetzung des relativ ruhigen "The
Fragile"-Albums? Oder hält er sich doch an seine eigenen Aussagen und
Erwartungen, dass das neue Album wieder rockiger wird? Im Endeffekt hat Reznor
den Spagat zwischen beiden Ansprüchen perfekt hinbekommen und ein Album
abgeliefert, dass auf jedem Track an seine verschiedenen früheren Alben
erinnert.
Überraschender Einstieg
Das Album beginnt mit dem im Selbstmitleid zerfließenden
"(Why do you get) All the love in the world", auf dem Reznor zunächst in
Triphop-Beats schwelgt und dann ein Piano einsetzen lässt, das an die
"Play"-Zeiten von Moby (!) erinnert - einfach anders als alles, was NIN bis
jetzt gemacht haben.
Der zweite Track wird Fans dann schon bekannter vorkommen:
"You know what you are" klingt fast wie ein "Perfect drug" mit neuem Text: die
selben Synhties, die selben Drums - schön, dass sich Herr Reznor der alten
Seiten besinnt.
"The Collector" erinnert dann wieder mehr an das erste
NIN-Album "Pretty Hate Machine", was wohl auch für den nächsten Track "The hand
that feeds", zugleich die erste Singleauskoppelung, gelten darf. "Hand that
feeds" ist wohl die eingängigste Nummer der Nails - aller Zeiten.
Auf "Every day is exactly the same" bewegt sich Reznor dann
wieder mehr in den epischen "Fragile"-Gewässern, allerdings ist der Song nicht
ganz so schwer und schwarz wie beispielsweise "The day the world went away" auf
eben genanntem Album.
Reminiszenzen an den New Wave der 80er Jahre birgt zunächst
"Only". Der Track startet mit einem - wo auch immer ausgegrabenen - Retro-Synth,
dann gesellen sich Funk-Gitarren dazu und letztlich demaskiert sich der Song als
eine musikalisch Fortsetzung des Mega-Hits "Closer" vom Album "Downward
Spiral".
Auf "Getting Smaler" geht's dann wieder etwas geradliniger
zu: scharfe Gitarrenriffs, flotter Gesang, treibende Beats explodieren im
Refrain zu einer Lärmorgie erster Klasse.
"Will mich nicht mehr umbringen"
Reznor hat in den letzten Jahren einen Reifeprozess
durchgemacht, der darin mündete, dass er jetzt absolut clean ist: "So wichtig
Drogen und Alkohol für mich auch waren, habe ich jetzt realisiert, dass sie mich
in meiner Kreativität mehr behindert als bestärkt haben. Ich habe mir viele
Sachen nur vorgelogen und war nicht real. Clean funktioniere ich einfach besser.
Was ich bei diesem Album gelernt habe war, dass ich mich nicht depressiv sein
muss oder mich umbringen will, um ein Album zu schreiben.
Fazit: 10 von 10 noch lange nicht rostigen
Nägeln