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With Teeth

 

 

 

 

Legacy

 

April/Mai 2005

 

 

Autor: nicht angegeben

 

 

NINE INCH NAILS “With Teeth“

(Interscope/Universal)

Ruhig beginnt es, das lang erwartete vierte Studio-Album von NINE INCH NAILS. “All The Love In The World“ heißt der Titel, der die Scheibe mit sanften Piano-Klängen, Trent Reznors teils mehrstimmigen Gesängen und einigen Sound-Experimenten einläutet. Kein typischer Anfang also für dieses alles in allem recht straighte Album zwischen Industrial und Rock. Doch das ändert sich schlagartig mit dem nachfolgenden „You Know Who You Are?“, das die geballte Ladung Aggression entlädt. Schließlich stellt der Song nicht nur dem Hörer die ldentitätsfrage, sondern beantwortet sie für NIN auch gleich mit, denn Trent Reznor ist mit aller Kraft zurück und überzeugt nicht nur in „You Know Who You Are?“ mit einer gelungenen Mischung aus Aggressionen, Emotionen und Melodie, sondern liefert über die gesamte Distanz ein typisches und doch etwas anderes NIN-Album ab. Die Antwort ist also eindeutig: ja NIN haben sich ihre Identität bewahrt! Zwischen wütendem Schreien, klaren Melodiegesängen und fast schon zerbrechlich wirkenden Ausdrücken innerer Zerrissenheit pendelt Reznors Gesangsperformance, die durch ein buntes Songprogramm führt und dabei stets die erste Geige spielt. Die Stücke sind nämlich allesamt auf den Gesang und die  wesentlichen Merkmale eines Songs zugeschnitten, so daß es kaum noch ausladende  Instrumentalteile oder abgefahrene Soundcollagen gibt, vom etwas experimentellen, ruhiger werdenden Ende des Albums einmal abgesehen. Neben dieser neuen Songdienlichkeit fällt vor allem der Einsatz echter Drums auf, die der Vorherrschaft elektronischer Soundschnipsel und Loops mittlerweile den Rang abgelaufen haben. Ist aber durchaus legitim, wenn Meister wie Dave Grohl (Foo Fighters, Ex-Nirvana), oder Jerome Dillon von Trent Reznors Live-Band hinter der Schießbude Platz nehmen. Seine Vorliebe für elektronische Klänge hat  Mastermind Reznor deshalb aber noch lange nicht abgelegt. Selbige äußert sich mittlerweile lediglich etwas subtiler und eben songdienlicher. Und wenn man sich als geneigter Hörer dann erst einmal ein paar Durchläufe genehmigt hat, erweist sich auf “With Teeth“ nahezu jeder Song als kleiner Ohrwurm, denn ihre eigene Charakteristik haben sie alle verpasst bekommen. Sei es die melodische erste Singleauskopplung „The Hand That Feeds“, das klagende, eher getragene „Every Day Is Exactly The Same“ oder „Getting Smaller“ mit seinem prägnanten, antreibendem Gitarrenriff. “With Teeth“ ist somit einmal mehr ein durchwegs überzeugendes Album mit eigener Seele und eigener Ausrichtung geworden, das alle Facetten von NIN abdeckt und sie mit größerer Spontaneität, Rohheit und Live-Authentizität als bisher gekannt zusammenfasst. (SB)

13 Punkte 

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