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With Teeth

 

 

 

 

RP-online

 

Mai 2005

 

 

Autor: Roger Ingenthron

 

 

http://www.rp-online.de/public/article/magazin/musik/cdtipps/88041

CD-KRITIKEN

Nine Inch Nails: With Teeth

Dieser Artikel stellt eine am 03.05.05 um 21:39 veröffentlichte Nachricht dar.

Autor: Roger Ingenthron

 

Sechs Jahre nach seinem letzten Album "The Fragile" gibt Trent Reznor, Kopf und Stimme hinter Nine Inch Nails, mit "With Teeth" ein neues Lebenszeichen von sich. 14 Titel, die erneut beweisen, warum Nine Inch Nails eine der populärsten Vertreter in Sachen Industrial-Sound sind.

Mit dem Vorgängeralbum "The Fragile" hatte Trent Reznor, nach Nummer Eins Platzierungen in Amerika, die Messlatte recht hoch gehängt. Dass er durch diesen Erfolg sich selbst in eine Schreibblockade treiben würde, konnte er wohl selbst nicht ahnen. Vielleicht trieb ihn aber gerade dieser Umstand wieder mehr zu seinen Wurzeln.

"With Teeth" steht zwar nach wie vor ganz im Zeichen des harten Industrial-Sounds, klingt aber weitestgehend minimalistisch und verzichtet auf viele synthetische Soundspielereien wie man sie von "The Fragile" kennt. Vielmehr stehen hier Stimme und klassische, aber durchaus kalt klingende Rhythmen im Vordergrund, geprägt von extremen emotionalen Wechseln. Ein Element, dass den Sound von Nine Inch Nails schon seit Jahren bestimmt.

Diese Band wäre aber nicht so kultig, wenn sich auf "With Teeth" nicht erneut jede Menge Überraschungen offenbarten, die Nine Inch Nails bis heute so einzigartig machen. "All The Love In The World" heißt den Zuhörer mit dünnem Beat und einer zerbrechlichen Stimme willkommen - man will schon enttäuscht zum nächsten Song schalten, doch da ertönt diese Gesangslinie, die Trent Reznor immer wieder als Meister der Hooklines offenbart. Im nächsten Moment findet man sich inmitten eines hymnischen Refrains wieder, der sich immer weiter erhebt und fast soulige Züge annimmt.

Wer an dieser Stelle denkt, Nine Inch Nails wären jetzt weich geworden, erhält mit "You Know What You Are" direkt einen brachialen und schnellen Schlag in den Gehörgang. Ein Trent Reznor vergisst eben nie wie es geht. Natürlich finden sich mit der Singleauskopplung "The Hand That Feeds" und "Every Day Is Exactly The Same" absolut hitverdächtige Popperlen mit eingängigen Gesangslinien und Melodien, die sofort hängen bleiben. Trotzdem hat es Trent Reznor mit diesem Album wieder einmal geschafft, sich neu zu definieren.

Dies liegt zum einen an der intelligenten Art, mit der er sich Rhythmen zu eigen macht, ihnen Raum und ein scheinbares Eigenleben gibt. Darin verwoben erklingt dieser facettenreiche Gesang, den er immer wieder gekonnt zwischen zerbrechlicher Kopfstimme, popig bis kranker Sanftmut und exzessivem Geschrei wandern lässt. Dass sich auf "With Teeth" in diesem Minimalismus außerdem immer wieder kleine synthetische Soundspielereien finden, wird auch die letzten Skeptiker begeistern. Gerade das ständig Unerwartete macht Trent Reznor zu dem Genie und Nine Inch Nails zu einer Band, die die Welt musikalisch wohl noch lange in Atem halten wird.

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