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With Teeth

 

 

 

 

SlamZine

 

Juni/Juli 2005

 

 

Autor: Norbert Specht

 

 

Nine Inch Nails - With Teeth

Fünfeinhalb Jahre sind eine Lange Zeit. Da ist viel Platz für Veränderung und Entwicklung. Genauso viel Zeit liegt zwischen der letzten NIN-Platte ‚The Fragile" und dem neuen Werk "With Teeth". Und Veränderung und Entwicklung sind so deutlich erfahrbar wie nie zuvor bei den NINE INCH NAILS. " The Fragile" und "With Teeth könnten vom Ansatz her nicht unterschiedlicher sein. Wo ‚The Fragile mit komplexen Texturen aufwartete, lässt "With Teeth" die klanglichen Hosen runter. Und wo ‚The Fraglie" vor Ambitionen nur so übersprudelte, kommt "With Teeth" mit einer Direktheit daher, die man schon Rock nennen will. ‚An open minimalistic approach' oder ‚the old JESUS AND MARY CHAIN meets BAUHAUS meets im JOY DIVISION hatte Trent Reznor vor gut drei Jahren angekündigt, als er das erste Mal über neue Songs sprach. Und er hat Wort gehalten. Das Soundgewand ist reduzierter, direkter und rauer als gewohnt, aber dennoch hört man sofort, um welche Band es sich handelt. Die Qualität der Stücke hat darunter in keinster Weise gelitten, sondern eher stark davon profitiert. Es gibt ungewöhnliche Wendungen und Melodien, die man so süß nicht erwartet hätte. Der Mut den Reznor damit beweist, steht den NIN mehr als nur gut. Aber wer jetzt denkt, dass NIN sich in Richtung Pop verabschiedet haben, irrt, denn es wird auch wütend gebrüllt wie ekstatisch gestampft, und auch die in den Mantel der Depression gehüllte, vertonte Melancholie kommt nicht zu kurz. Nur gibt es jetzt Hoffnung. Geläutert und gewachsen ist Trent Reznor in den letzten fünfeinhalb Jahren, und das verlangte nach einem neuen Soundtrack. Dieser ist ‚With Teeth' durchaus, und ein sehr eindrucksvoller dazu. Damit wird einmal mehr deutlich, dass NIN kein Kunstprodukt sind wie der ehemalige Zauberlehrling MARILYN MANSON, sondern hier die Inspiration direkt aus der Seele kommt. So geht das.

Norbert Specht

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