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With Teeth

 

 

 

 

Spex

 

Mai 2005

 

 

Autor: Jens Nave

 

 

WITH TEETH -NINE INCH NAILS

Sechs Jahre und vergangen, seit Nine Inch Nails mit „The Fragile“ das letzte offizielle Studioalbum veröffentlichten. “With Teeth“ ist, um das vorwegzunehmen, das Oeuvre von Trent Reznor.

Neben Engineer Atticus Ross (12 Rounds, Error) standen Reznor auch Rick Rubin als Mentor sowie  Jerome Dillon (Fragility V2.0-Tourschlagzeuger) sowie Dave Grohl an Drummer zur Verfügung. Alle weiteren Instrumente sind von Reznor selbst eingespielt worden, der gemeinsam mit Alan Moulder (My Bloody Valentine) auch für den unvergleichlich räumlichen Mix zuständig war. Dave Grohls Schlagzeugspiel ist gewohnt gnadenlos, folgt zuweilen den von Reznor programmierten Beats und stellt — ob des erstmalig auf einem Album eingesetzten Live-Schlagzeugs — die wohl ohrenkundigste Neuerung im Soundgewand von Nine Inch Nails dar.

Nach dem ruhig beginnenden und in einem Soulfeuerwerk endenden Opener „All The Love In The World“ wird allerdings gleich mit dem zweiten Song „You Know What You Are?“ klargestellt, dass der mittlerweile 39-Jährige noch nichts von seiner zuweilen deprimierenden Gemütslage eingebüßt hat. Die erste Single, „The Hand That Feeds“, spielt sich auch für Nine Inch Nails-Verhältnisse bislang ungewohnt eingängigem Terrain ab: ein Mid-Tempo-Monolith. Mit „Getting Smaller“ zeigt Reznor dann auch allen Retro-Rock-Idioten, wie man Vergangenes zitieren und zugleich auf eine neue Stufe heben kann. Es scheppert und feedbackt und kracht an allen Ecken und Enden. Daraus erhebt sich ein gnadenloser Song, sowohl textlich als auch musikalisch eine Ohrfeige. Daneben stehen die ruhigen Momente des  Albums, die sowohl song- als auch produktionstechnisch punktuell nicht präziser sein könnten. Das epische „Every Day Is Exactly The Same” ist so schön, dass es weh tut. Der letzte Song des Albums, „Right Where lt Belongs“, versöhnt und verstört zugleich.

„With Teeth“ ist zudem funky wie sonst kaum etwas und funktioniert nicht nur Song für Song, sondern auch als zusammenhängendes Werk. Trent Reznor hat wieder einmal überhaupt nicht enttäuscht und die Messlatte, welche die meisten seiner Nachahmer bisher sowie nur von unten bzw. von ganz weit unten gesehen haben, einmal mehr höher gehängt.

Jens Nave

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