Trent Reznor versucht seit nahezu 40 Jahren, mit sich selbst
im Einklang zu leben und schafft es nicht. Zweifelt noch immer an der Welt und
an seinen Fähigkeiten. Und lärmt in fürchterlicher Wut gegen sich und andere.
Allerdings kommt faszinierende Musik dabei heraus - Musik der Marke Nine Inch
Nails.
Trent Reznor, Außenseiter aus Pennsylvania und studierter
Musiker, Menschenhasser und sensible Seele, ist der Kopf der Gruppe, die als
bedeutendster Vertreter des "Industrial Rock" gilt. Einer Musikgattung, in der
E-Gitarren um Hilfe schreien und Keyboards in dunkler Verzweiflung um Gnade
flehen. Reznor schuf die Musik zum Ballerspiel "Quake" und beteiligte sich an
den Soundtracks zu David Lynchs "Lost Highway" oder zu Oliver Stones "Natural
Born Killers". Es war immer wieder das nackte Entsetzen, die Angst, das Grauen
und der Tod, aus denen Reznor seine albtraumhaften Sounds schmiedete. Jetzt,
angeblich von Alkohol- und Drogensucht geheilt, hat er sein viertes Studioalbum
veröffentlicht: "With Teeth" klingt versöhnlicher und melodischer als alles, was
er bisher geschrieben hat. Beim Opener "All The Love In The World" ertappt man
sich beim vergnügten Mitsummen. Es wippt der Fuß, es hüpft das Herz. Dürfen Nine
Inch Nails Vergnügen bereiten? Durchaus, ihr Verzweifelten, durchaus.