Nine Inch
Nails
„With Teeth”
(Universal)
Eingerahmt von zwei ungewohnt
sanften, leisen Tracks - „All The Love In The World“ und „Right Where It
Belongs - lassen Trent Reznors Songs auf „With Teeth“ keinen Zweifel daran,
dass es ihm im Gegensatz zu seinem vor sechs langen Jahren erschienenen Epos
„The Fragile“ dieses Mal weit mehr um die Songs als um den Sound geht. Die
meisten Nummern sind kurz und präzise und beschränken sich auch bei den
Arrangements auf das Notwendigste, ohne deshalb wie „NIN light“ zu klingen. Das
etwas verschroben-kopflastige Titelstück zwingt zum genauen Hinhören, mit der
straight rockenden Single „The Hand That Feeds“ oder dem ähnlich eingängigen
„Every Day Is Exactly The Same“ beweist Reznor dagegen Pop-Sensibilität, ohne
des halb die Sound-Ästhetik zu vergessen, die NIN zur Legende gemacht hat.
Dennoch ist natürlich nicht alles absichtlich auf Hit getrimmt. „Getting
Smaller“ ist eine energetische Uptempo-Nummer mit Ecken und Kanten, bei der
New-Wave-Einschlag auf NIN-typische Vokal-Ausbrüche trifft, während das
apartanische „Only“ gar mit einem waschechten Disco-Beat aufzuwarten weiß —
zusammen mit den ruhigen Momenten zu Beginn und am Schluss die wohl überraschendste
Nummer des Albums. Ganz so wegweisend wie „Pretty Hate Machine“, so
genialisch-perfekt wie „The Downward Spiral“ und so verstörend wie „The
Fragile“ mag die neue Platte nicht sein, im Vergleich zu vielen „zahnlosen“
neuen Werken anderer altgedienter Helden trägt sie den Titel „With Teeth“
allerdings zu Recht.
caw
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