NIN-PAGES

Interviews

Album

Live

Übersicht

 

Year Zero

 

 

 

 

Mbeat

 

Mai 2007

 

Tipp 4 u:

Nine Inch Nails - Year Zero

 

 

Autor: Steffen Rüth

 

 

Und täglich grüßt der Weltuntergang

Wenn man so will, basiert ja die komplette Karriere des 41 Jahre alten Michael Trent Reznor auf der Verkündigung des bald bevorstehenden Weltendes .„The Downward Spiral“ hieß das Album aus dem Jahr 1994, fünf Jahre später kam eine Single namens „The Day The World Went Away“, das darauf folgende Remixalbum trug den Titel „ Falling Apart“. Nun aber glaubt Reznor wie der einmal, dass bald Feierabend ist. „Ich gebe der Welt noch 15 Jahre“, spendete er in einem Statement auf seiner Internetseite immerhin ein wenig Trost, „die Dinge stehen wirklich sehr schlecht. Die Welt ist mit all ihrer Gier und all ihrem Machtmissbrauch am Wendepunkt angelangt politisch, spirituell und ökologisch sehe ich jedenfalls schwarz.“

Die Musik zu dieser düsteren Prophezeiung liefert der Fürst der Finsternis auf seinem jüngsten Werk gleich selbst. „Year Zero“ heißt der unmittelbare Nachfolger des vor zwei Jahren erschienenen „With Teeth“, laut Reznor ist es das erste von zwei Alben, die sich konkret mit dem anstehenden Untergang befassen, Teil zwei soll im nächsten Jahr rauskommen, ein Film zum Thema ist angeblich auch in Planung. Bei so viel Drumrumtheater sollte man „Year Zero“ trotzdem mal zwei aufmerksame Ohren zur Verfügung stellen, denn hervorragend gemacht ist sie natürlich wieder, die neue Nine Inch Nails-Platte. Sicherlich halten sich 17 Jahre nach dem wegweisenden und sehr stilprägenden Debüt „Pretty Hate Machine“ und den kommerziell für Trent goldenen 90er Jahren die ganz großen Neuerungen in Grenzen. Immer noch gibt es brachial dynamischen und harten Industrial wie etwa in „Capitol G“ und soundspielerische epische Collagen wie „Meet Your Master“. Aber unverkennbar ist Reznor, der Nine Inch Nails traditionell im Alleingang leitet, auch ein wenig milder und melodischer geworden über die Jahre. Vielleicht überlegt er sich das ja sogar mit Armageddon noch mal.

Text: sr (=Steffen Rüth)

 

oben