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12. Juni 2005

 

Southside 2005: Nine Inch Nails

 

Autor: Christian Holzmann

 

 

Quelle: http://fm4.orf.at/holzmann/199492/main

Wien | 14.6.2005 | 01:43 

Snap your fingers, snap your neck.

Autor: Christian Holzmann

  

Southside 2005: Nine Inch Nails

 Am Tag 3 um 19 Uhr 45 fand jener Moment statt, den vermutlich die meisten Festivalbesucherinnen und Besucher schon sehnsüchtigst erwartet haben. Bei ungewohnter Helligkeit im Licht der Abendsonne betrat Trent Reznor zusammen mit Jerome Dillon (Drums), Jeordie White (Bass), Aaron North (Git.) und Alessandro Cortini (Keyboards) die Bühne der Green Stage. Endlich!

Schüchtern und aggressiv

  Ein wenig schüchtern wirkte er, dieser Trent Reznor, der uns vor kurzem sein neuestes Werk With Teeth bescherte, welches mittlerweile gar Alternativwastln zu selbsternannten Nine Inch Nails SpezialistInnen mutieren und es sowieso schon immer wissen lässt, dass die Nine Inch Nails eh schon immer Pop machten. Soll mir persönlich wurscht sein, denn mit der Eröffnungsnummer "Wish", die das gar böse Wort "Fistfuck" enthält und bekanntermaßen nicht gerade einer der NIN-Einlullsongs ist, wird die allgemeine Grundstimmung des 1 Stunde und 20 Minuten andauernden Konzerts klar.

 Gitarrenbreitseite Galore, die wie üblich fliegenden Wasserflaschen sowieso, ein die Zähne fletschender, seinen Musikern auf den Rücken springender und den Mikroständer durch die Gegend schmeißender Reznor. Was der Gitarrist übrigens zum Teil abzog, ließ ernsthafte Zweifel am tatsächlich vollzogenen Anschluss seiner Gitarre aufkommen. Zumindest bei einer seiner Rumpelstilzchenaktionen entfleuchte gar das Kabel aus selbiger. Egal, man kennt solcherlei Aktionen bereits von Konzerten der Nine Inch Nails früherer Jahre, denn der Meister machte sowieso die Hauptarbeit.

Fuck the bridge!

 Selbst als der ruhige Part von "Starfuckers" beginnen sollte, brachte Reznor seine Kapelle mit "Stop! Stop! Stop!...." zur Ruhe, nur um die verduzten Musiker mit einem harschen "Fuck the bridge!" zum nahtlosen Übergang in den exzessiven Schluss zu befehligen. Durch Einlagen dieser Art gewann man beinahe den Eindruck, als wolle man Fans durch einen dermaßen harten und agrressiven Set mit Songs wie "Sin", "Closer" oder dem eingangs erwähnten "Wish" beruhigen.

 Es wirkte fast so, als möchte Reznor sagen: "Keine Angst, alles bleibt hart, alles bleibt heavy, ich kann das noch." Dabei wäre das überhaupt nicht notwendig, denn "With Teeth" ist aggressiver, als es im ersten Moment scheint. Vielleicht ist dies aller aber auch nur eine Überinterpretation meinerseits, denn bereits zur Fragile-Tour unterschied sich das Konzert von jenem Einzelgig in der Librohalle grundsätzlich vom Festivalauftritt in Wiesen durch das Weglassen der meisten ruhigeren Nummern (Fixpunkt "Hurt" natürlich ausgenommen).   

Keine "With Teeth" Werbetrommel

 Die große Werbetrommel für "With Teeth" rührte Reznor bei seinem Auftritt auf dem Southside Festival nicht, denn davon spielte er gerade mal "The Hand That Feeds", "The Line Begins To Blur" und "You Know What You Are". Bei Letzterem bin ich mir im Moment zwar nicht ganz sicher, aber man darf mich gern im Forum korrigieren. Jedenfalls bin ich sehr gespannt, wie das am Dienstag auf dem längst ausverkauften Konzert in der Wiener Arena aussehen wird.

Die beste "Hurt" Version ever

 Insgesamt ist die Rückkehr der Nine Inch Nails Live-Version ebenso großartig gelungen wie das neue Album. Mein persönliches Highlight war trotzdem "Hurt", was mich selbst etwas überrascht. Es ist nun wirklich nicht so, dass ich genau diesen Song zum ersten Mal gehört hätte. Im Gegenteil, hält dieser sich doch immer noch hartnäckig in der Liste meiner meist gehörten. Allerdings habe ich ihn noch nie so wie auf dem Southside gehört, als alle Anwesenden inklusive dem Schreiber dieser Zeilen den Text leise mitsangen. Das sind Momente, in denen man nasse Augen bekommt und genau solche Augenblicke sind jene, weshalb ich immer noch gerne solche Konzertebesuche.

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