Nine Inch Nails + Alec Empire
München, Circus Krone
Nine Inch Nails laden zu einem
Konzert der besonderen Art: Nach der Tour im Frühjahr gibt es heute eine
Einzel-Show im legendären Circus Krone. Hier gaben sich in der Vergangenheit
bereits Größen wie AC/DC oder die Rolling Stones die Klinke in die Hand. Aber
der Reihe nach: Die Berliner Elektro-Rocker Alec Empire bitten zum Auftakt und
schlagen sich gut. Zu Songs wie ‘Addicted To You‘ wird im Industrial-Publikum
bereits das eine oder andere Tanzbein geschwungen.
Kurze Umbauphase, und weiter geht
es mit Nine Inch Nails, die nicht lange auf sich warten lassen: Der Auftritt
startet mit dem ‘Hyperpower und massiver Licht-Show in den Band-Farben Pink,
Lila und Rot. Dieses Mal ist man mit einem besseren Sound gesegnet als vor ein
paar Monaten im Münchner Zenith: Ohne große Schnörkel wird zum ersten Song ‘The
Beginning Of the End‘ übergegangen. Schlagzeuger Josh Freese wirkt wie der
zweite Dreh- und Angelpunkt der Band neben Trent Reznor: Er drischt auf sein
Schlagzeug ein, als gäbe kein Morgen und peitscht damit die Gitarristen
regelrecht ein.
Spätestens ‘March Of The Pigs‘
vertreibt dann auch noch die letzte Montagsmüdigkeit. Wer von den
Rang-Besuchern jetzt noch sitzt, hat verloren! So sieht das auch Gitarrist
Aaron North und wagt einen beherzten Sprung von der Bühne in die Menge. Der
erste Teil des Sets endet nach zehn Songs mit ‘Gave Up‘.
Für den Mittelteil wird eine LED-Wand
herunter gelassen, vor der sich zunächst Keyboarder Alessandro Cortini, Trent
Reznor und Aaron North aufbauen. Eingerahmt von abwechselnd grünen, rosa oder lila
Lichteffekten werden Songs wie ‘Me, Im Not‘, ‘Eraser‘ und ‘Only‘ erst zu dritt
vor, später mit kompletter Besetzung hinter der Wand gebrettert. Gitarrist
Aaron versucht sich während des obligatorischen Abschluss-Songs ‘Head Like A
Hole‘ als Gitarrenzerstörer - klappt nicht so recht: Die Gitarre bleibt heil.
Dennoch sind nach über zwei Stunden Spielzeit keine Wünsche
mehr offen. Anzumerken ist höchstens, dass der Hit ‘Hurt‘ nicht gespielt wurde.
Trotzdem: Herrlich war es – bitte mehr davon!
Anke Fischer
|